NEUE DRINGLICHKEIT – Stellt sich vor

(nD) – Eine Beschreibung from Christopher Kriese on Vimeo.

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NEUE DRINGLICHKEIT – Stellt sich vor.

sometimes we make arts. sometimes we make politics. sometimes we make love.

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Wer ist „wir“?

„Wir“ ist das paradoxe Kollektiv neue Dringlichkeit (nD). Wir sind eine Gruppe von Theater-, Kunst-, Physiotherapie- Studierenden und anderen Menschen. Wir suchen/wollen/finden das Politische in der Kunst. Wir finden aber auch das Private politisch. Arts and Activsm ist ein Term der uns ganz gut beschreiben könnte.

Wir arbeiten manchmal zusammen, aber nicht immer. Wir arbeiten auch gerne mit anderen zusammen. Deshalb sind wir ein paradoxes Kollektiv, oder eine offene Gruppe. Wir arbeiten auch nicht nur.

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Es liegt etwas in der Luft…

das nur schwer in Schrift zu fassen ist. Es ist da – bei den Treffen, bei den Aktionen, beim gemeinsamen Essen. Es ist ein Gefühl, eine Stimmung, etwas, das ausserhalb von Text stattfindet. Wir versuchen es aber trotzdem mal in Text zu fassen, weil wir uns freuen würden, wenn du mitmachst:

Fangen wir am Angfang an: Entstanden ist die NEUE DRINGLICHKEIT (nD) am 3. Dezember 2010. Die vom Schweizer Stimmvolk angenommene Ausschaffungsinitiative und die ihr vorhergegangene Plakatinitiative hatte für Entsetzen gesorgt. In vielen Gesichtern war etwas zu lesen wie DAS DARF NICHT SEIN! Aus diesem Drängen heraus entstand auf der Bühne A ein „Spontanfestival gegen die Fremdenfeindlichkeit der Schweiz“ – http://nd-blog.org/pages/videos-zur-aktion-28-november – innerhalb weniger Tage kam ein buntes Programm aus Perfomances, Videos, Liedern und Reden zusammen. Im Anschluss an das Festival gab es ein Gespräch, dass bis spät in die Nacht dauerte. Während dieses Gesprächs gab ein Student den entscheidenen Anstoss, indem er den Begriff „Neue Dringlichkeit“ in den Raum warf. Bumm.

Kurz darauf enstand der Blog der (nD)*. Kurz darauf fand ein erstes Treffen statt: Es wurde hitzig diskutiert (wie in den 60ern) und Aktionen im öffentlichen Raum wurden geplant. Kurz darauf rannten ein paar Verrückte im Schafskostüm durch das weihnachtliche Niederdörfli – http://nd-blog.org/das-video-der-schaf-aktion – oder sangen in der Tram Lieder gegen Rassismus. Ein Stein war ins rollen geraten. Rock`n`Roll, hehe.

Was aber macht die (nD) aus? Was ist unser Anliegen? Was suchen wir? Um diese Fragen gemeinsam zu beantworten, haben viele Leute ein paar Zeichen an den Blog* geschickt. Die Folgende Textfläche ist eine Zusammenschnitt dieser Schnipsel (am besten laut lesen und Musik dabei hören) –

es liegt etwas in der luft. menschen gehen auf die strasse. stuttgart. kairo. madrid. zynismus und resignation bringen uns nicht weiter. wir müssen wieder an uns glauben. wir können etwas verändern. wir müssen es versuchen. Weil ich etwas verändern will und das mit anderen zusammen besser geht. Weil ich mich zu weit aus dem Fenster lehnen möchte. Weil das Gespenst des Heuchlers überall lauert. Die (nD) ist für mich der Versuch ein Forum zu schaffen, um sich innerhalb der stressigen und zeitraubenden Ausbildung und dem Leben einen Platz zu schaffen und immer wieder neu über die Frage nach zu denken ‚Was ist meine Dringlichkeit?’ und ‚Wie setze ich meine Dringlichkeit in Aktion um? Die gegenwärtige Situation ist oftmals nicht auszuhalten. Ihre Folgen werden nicht auszuhalten sein. Sozial. Ökologisch. Philosophisch. Der Drang zu einer gemeinsamen Veränderung! Nichts annehmen, weil es so ist, oder immer so war – Mut, uns den undurchsichtigen Ereignissen zu stellen, die uns als ausserhalb unserer Einflussnahme und als unveränderlich erscheinen. Was heutzutage Politik ist, verdient seinen Namen nicht. Anderes hat keinen Platz. Anstelle der Ohnmacht gegenüber der Welt eine neue Dringlichkeit zulassen. Lust, einen Nerv der Zeit zu treffen. Sich selber in einem globalen Netzwerk begreifen. Der inneren Notwendigkeit Ausdruck verleihen. Sinnlich sein. Die Menschen auffordern, über den eigenen Standpunkt zu reflektieren. Eine gesellschaftskritische politische Bewegung, die die Welt als veränderbar begreift und versucht dem herrschenden Zynismus, der jegliches Aktionspotenzial hemmt, etwas entgegenzusetzen. Jeder Einzelne trägt eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Gemeinsam versuchen wir uns vor der sogenannten Ohnmacht der Generation zu lösen und aktionsgerichtet Stellung zu aktuellen gesellschaftskritischen Themen zu beziehen. Ich möchte die Welt lieben in der ich lebe, dafür muss ich versuchen gegen die herrschende Ungerechtigkeit etwas zu unternehmen. Die (nD) ist die geeignete Plattform dafür. Ein WIR aus vielen ICHs. ich will mich nicht ausruhen auf meiner ohnmacht. ich will mich verhalten zur welt, mit meiner sprache theater über das theater hinaus. weil die welt ist auch meine welt. ich muss das. ich will das. mut haben zur utopie. wild hinterfragen und dann weiter. labor. aktion. weiter. Für mich als Theaterschaffende ist es notwendig sich seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst zu sein. Es ist an der Zeit, sich von der Selbstreferenz zu lösen und gemeinsam an einem Strick zu ziehen. Ich will wieder JA sagen zur Welt!

Nachdem wir Zürichs weihnachtliche Innenstadt verunsichert hatten, gingen ein junger Mann und eine junge Frau nackt auf den Bundesplatz um sich öffentlich zu schämen – http://nd-blog.org/video-von-tobis-aktion. Bald danach unterstützten wir eine Aktion am Stauffacher, um auf die Situation abgewiesener Asylsuchender aufmerksam zu machen. Als der arabische Frühling aufflammte, tranken wir zusammen Tee und redeten über die Entwicklungen in der Region und über Möglichkeiten mitzuwirken. Eine Möglichkeit ist das Projekt „Camera Directa“, das versucht die Geschichte der Ägyptischen Revolution mit Bildern zu erzählen, die von Menschen vor Ort stammen und nicht von Pressefotographen – http://kameradirecta.org. Eine Möglichkeit sich frisch und persönlich mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinanderzusetzen bietet das „Büro für Xenophobie“: auf http://www.BfX-blog.org gibt es viele lustige Videos. Im Februar 2012 waren wir im Dada-Haus in Zürich an der Konferenz „the revolution to smash global capitalism“ beteiligt und diskutierten mit der russischen Künstlergruppe Voina, The Yes Man, !Mediengruppe Bitnik  und anderen verschiedene „tools für kreative revolutionärinnEn von heute und morgen“. Im Sommer folgte dann das internationale online-kurzfilm-festival fuckfuckfuck.org auf dessen Website über 20 internationale Filmeinsendungen zu sehen sind.

Momentan existitert die (nD) vor allem innerhalb des Theater-Departements. Das liegt aber nur daran, dass sie hier entstanden ist. Wir bedauern unsere Theaterlastigkeit und sehnen uns nach anderen Mitwirkenden. Lasst uns die leere Worthülse Transzdisziplinarität mit einem Inhalt füllen: Lasst uns quer durch alle Künste und Nicht-Künste danach suchen, wie wir die Gesellschaft mitgestalten können! Wir haben einen Auftrag!

Kontakt:

*DER OFFENE BLOG. Der Blog ist einerseits eine Art Zeitung der nD – ein Ort wo Gedanken und Denkanstösse veröffentlicht werden. Andererseits ist er eine Organisationsplattform, auf der beispielsweise Treffen und Aktionen angekündigt, geplant und dokumentiert werden. Ausserdem gibt es Videos, Photos und Texte der Aktionen. Es ist ein offener Blog, jeder kann posten. Die Anleitung dazu ist auf dem Blog gleich oben rechts. Die Adresse ist: http://www.nD-blog.org

DER EMAIL-NEWSLETTER. Ca. ein bis zweimal im Monat schicken wir einen Newsletter mit allen uns bekannten Infos im Kontext NEUE DRINGLICHKEIT raus. Wer in den Newsletter rein will, schreibt bitte eine Mail an: dringlichkeit@systemausfall.org

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